Was sind Spitzbuben?
Spitzbuben, die je nach Region auch Linzer Augen, Linzer Plätzchen oder Hildabrötchen genannt werden, haben es auf das Cover von „Mit Mama in der Backstube“ geschafft. Sie sind besonders in Süddeutschland ein beliebtes süßes Teilchen. Bei der Bäckerei Eduard werden sie mit Gesichtern gemacht, aber es gibt sie auch mit drei Punkten.
Sie werden aus Mürbeteig hergestellt und mit Puderzucker und Himbeermarmelade oder Aprikosenmarmelade verziert.

Was brauchst du für Spitzbuben?
Für die heimische Küche bieten sich kleinere Plätzchen an als die handtellergroßen Kekse, die in Bäckereien verkauft werden. Du brauchst zwei Formen: eine große und eine kleine. Es gibt Formen (zum Beispiel mit Sternen oder Herzen) zu kaufen, aber schau dich auch in deiner Küche um. Vielleicht findest du passende Gläser und einen Apfelkerngehäuseausstecher?
Kann mein Kind mithelfen?
Bestimmt kann dein Kind ab 18 Monaten hier schon gut mithelfen. Mein Sohn ist auch so jung, deshalb lasse ich ihn zum Beispiel die abgewogenen Zutaten in die Rührschüssel schütten und die trockenen Zutaten vorrühren. Er kann auf einem Teller das Ei aufschlagen, damit ich noch gut die Schale rausfischen kann. Teig ausrollen und Plätzchen ausstechen will geübt sein. Das funktioniert für meinen Zweijährigen auch ganz gut, solange ich keinen großen Wert auf die Abstände lege. Dann muss ich halt öfter neu ausrollen.
Rezept für ca. 30 Plätzchen von 5 cm Durchmesser
- 250 g Mehl (Weizen Type 405, Dinkel 630)
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- Etwas Zitronen- oder Orangenabrieb
- 1 Ei
- 125 g kalte Butter (hochwertige, zum Beispiel Süßrahmbutter)
- 150 g Marmelade (Himbeere, Aprikose, am besten Gelee ohne Stückchen)
- Puderzucker zum Bestäuben
Die trockenen Zutaten Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz vermischen. Den Zitronenabrieb, die Butter in Stücken und das ganze Ei (ohne Schale) unterkneten. Dafür kannst du eine Küchenmaschine verwenden. Wenn du von Hand nachknetest, wird der Teig homogener.
Den fertigen Teigbatzen legst du abgedeckt (Frischhaltefolie, Gefrierbeutel) und am besten plattgedrückt in den Kühlschrank (damit er schneller kalt wird). Mindestens für 30 Minuten, damit er fest wird. Du kannst ihn auch für einen anderen Tag vorbereiten, denn er hält sich 2-3 Tage im Kühlschrank oder wochenlang im Gefrierer.
Weiter geht’s!
Den gekühlten Teig rollst du mit einem Nudelholz auf ca. 4 mm Dicke aus. Je nachdem, wie viel Teig du hast, kannst du die Menge aufteilen und den übrigen Teil im Kühlschrank lassen. Sollte der Teig bröseln, knete ihn kurz von Hand durch.
Jetzt oder während des nächsten Arbeitsschrittes heizt du den Ofen auf 170°C Umluft vor.
Nun kannst du die Plätzchen ausstechen. Erst die große Form, dann (am besten schon auf dem Blech auf Backpapier) die kleinere Form. Am besten teilst du auf 2 Bleche auf: Eins für die Unterseite, eins für die Oberseite. Die Teigreste klatschst du auf einen Haufen und rollst sie noch mal aus, bis der letzte Krümel ein Keks ist.
Backen: 8-10 Minuten. Schieb das Blech mit den Oberseiten auf die mittlere Stufe, das mit den Böden darunter rein. Die Oberseiten sind nämlich schneller gebräunt und du solltest sie im Blick behalten.
Achtung heiß!
Nach etwas Abkühlzeit kannst du die oberen Seiten mit Puderzucker bestreuen*. Auf jeden Boden kommt ein Klecks Marmelade. Wenn du die Böden vor dem Bestreichen wendest, lassen sich die Kekse besser zusammenfügen. Wenn die Marmelade oder das Gelee zu fest ist, kannst du es in einem Topf kurz aufkochen lassen.

Damit die Kekse sich gut verbinden, lass sie für ein paar Stunden an der Luft stehen. Wenn man vorsichtig ist, lassen sie sich schon in eine Plätzchendose schichten, oder man macht das später.
Viel Spaß beim Backen!
* Kein Buch ohne Fehler! Die Spitzbuben sollen warm bestäubt werden, aber nicht heiß, da sonst der Puderzucker natürlich schmilzt. Wenn sie noch leicht warm sind, bleibt der Puderzucker besser haften. In meinem Buch „Mit Mama in der Backstube“ habe ich versehentlich „heiß“ geschrieben. Nach mehrfachem Durchgucken mehrerer Leute und eigentlich weiß ich das. Tja, bleibt nur eine Korrektur in einer zweiten Ausgabe.
Haftungsausschluss:
Die Autorin haftet nicht für Schäden, die im Zusammenhang mit diesem Rezept auftreten oder für Fehler darin. Jeder ist selbst für seine Sicherheit und das Wohl seines Kindes verantwortlich. Bitte Ofenhandschuhe anziehen, danke.